Menschen aus allen Nationen

Yunru aus China

Yunru aus China

Yunru studiert Fernerkundung. Dabei geht es um das Global Positionen System (GPS), Navigation oder Verarbeitung von Satellitenaufnahmen. Die junge Chinesin hat sich dafür auf ein Abenteuer eingelassen und Deutsch gelernt. Im April wird Yunru mit ihrem Masterstudium am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) anfangen. „Ich bin seit eineinhalb Jahren in Deutschland“, sagt die Studentin. Sie bezeichnet sich nicht als Christin, hat aber großes Interesse an der Bibel. „Als ich klein war hat mir meine Mama Geschichten von Adam und Eva vorgelesen. Das fand ich lustig.“ Sie habe darüber hinaus bereits einige andere Geschichten in der Bibel gelesen. „Es gibt dort viele bekannte Namen. Aber ich kann mich nicht mehr so gut an die Geschichten meiner Kindheit erinnern, also möchte ich sie noch einmal lesen.“ In den internationalen Hauskreis der Freien evangelischen Gemeinde geht Yunru, weil sie ein Kommilitone eingeladen hat. „Am Anfang hatte ich nur im Hauskreis die Mög-lichkeit, deutsche Konversation zu üben. Aber als ich die Deutschen wie Harald, Susi, Hans und Sabine kennengelernt habe, bekam der Hauskreis für mich eine größere Be-deutung, wurde wie eine Familie. Und das obwohl ich keine Christin bin. Ich gehöre trotzdem dazu.“ Yunru schätzt die Gemeinschaft sehr und möchte sie nicht mehr missen.

„Die Deutschen genießen ihr Leben“ Für Yunru gibt es große Unterschiede zwischen ihrer Heimat und Deutschland, gerade wenn es um den Lebensstil geht. „In China leben die Menschen in einem viel höheren Tempo. Wir arbeiten immer mehr für eine bessere Zukunft. Aber vielleicht haben wir dadurch keine Zeit, das Leben zu genießen.“ Die Deutschen dagegen seien fähig, ihr Dasein zu genießen. Das gefalle ihr gut. Auch sie möchte bedeutend entspannter die Gegenwart verbringen. In Sachen Kulturclash hat die junge Frau auch schon ihre Erfahrungen gemacht. „ Meine Mitbewohnerin war deutsch. Sie dachte am Anfang, dass alle Chinesen Kung-Fu beherrschen. Deswegen wollte sie von mir Kung-Fu lernen. Aber ich kann das gar nicht.“

Den Umzug nach Deutschland hat Yunru bisher noch nicht bereut, ganz im Gegenteil. Der Aufenthalt in Deutschland habe ihrem Charakter gut getan. Sie sei früher schüchtern gewesen. „Aber hier habe ich viele nette Deutsche kennengelernt. Jetzt bin ich offen, mich mit vielen Menschen zu unterhalten und zu diskutieren.“ Es gefalle ihr gut. „Das ist wunderbar.“